Trainingskarussell: Fitnesstraining hilft Menschen mit Demenz

 

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Donnerstag, 18 September 2014 20:53

Trainingskarussell: Fitnesstraining hilft Menschen mit Demenz

geschrieben von Presse
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Köln, 18. September 2014 – Wer rastet, der rostet: Das gilt auch für Demenzpatienten. „Auch bei kognitiver Einschränkung sehen wir den Nutzen durch Fitnesstraining“, sagte Tim Fleiner vom Institut für Sport- und Bewegungsgerontologie der Deutschen Sporthochschule Köln. „Die Effektivität des Trainings ist zwischen kognitiv gesunden Senioren und Demenzpatienten hinsichtlich Ausdauer und Kraft nahezu identisch.“
Im Rahmen der Veranstaltung „Sport und Bewegung – Kernstück der Prävention und Therapie der Demenzerkrankung“ der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) stellte Fleiner am Mittwoch auch das „Trainingskarussell“ vor, das er derzeit bei Menschen mit Demenz in der LVR-Klinik in Köln-Merheim einsetzt. Trainiert wird hier mehrfach am Tag – immer zu festen Zeiten. Dadurch erreicht Fleiner neben der Steigerung der Beweglichkeit auch eine Strukturierung des Tagesablaufs durch das Training. „Wir versuchen so, dem bei der Alzheimer-Krankheit typischen Herumwandern und der weit verbreiteten Nachtaktivität vorzubeugen“, sagte Fleiner.
„Sport ist gut. Für jung, für alt und für sehr alt. Für gesunde Menschen und solche, die nicht mehr so ganz fit sind“, gab AFI-Botschafterin und Sport-Moderatorin Okka Gundel den Teilnehmern mit auf den Weg. Immerhin war die Wahl-Kölnerin, die im Hockey-Judo-Zentrum der Deutschen Sporthochschule Köln durch die Veranstaltung führte, selbst mit dem Fahrrad angereist.
Wie Demenzpatienten gemeinsam mit ihren Angehörigen in einer Gruppe Sport machen können, stellte Katharina Gangel, ebenfalls vom Institut für Sport- und Bewegungsgerontologie, vor. Denn aus dem in Köln entwickelten Programm „Fit für 100“ ist „NADiA – Neue Aktionsräume für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen“ hervorgegangen. Das Programm ist zwar keine Heilungsmöglichkeit, aber ein Therapieansatz für die Abschwächung der Krankheitssymptome und den Erhalt der Alltagskompetenz.
Die zehn Übungen sind alltagsnah und können im Sitzen oder Stehen durchgeführt werden. Ziel ist es, Kraft und Koordination zu steigern und somit auch Stürzen vorzubeugen. „NADiA“ wird als niedrigschwelliges Angebot von der Pflegeversicherung unterstützt.
Anlässlich des bevorstehenden Welt-Alzheimer-Tags am 21. September informiert die AFI mit einem Themenspecial über „Die Therapie der Alzheimer-Krankheit“. Ausführliche Informationen für Betroffene, Angehörige und Interessierte bietet die Webseite www.alzheimer-forschung.de.

Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel. Bis heute konnte die AFI 145 Wissenschaftler mit rund 6,5 Millionen Euro unterstützen. Darüber hinaus wurden über 600.000 Ratgeber und Broschüren abgegeben. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Informationen anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Möglichkeiten zu spenden.


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Über Okka Gundel
Okka Gundel wurde 1974 in Ostfriesland geboren. Nach einem Studium der Sozialwissenschaften in Göttingen und Nizza absolvierte sie von 2002 bis 2003 ein Programm-Volontariat beim WDR. Seit 2004 moderiert die 39-Jährige verschiedene Sportformate im Fernsehen. Bekannt ist sie aus der ARD-Sportschau und den Tagesthemen. Okka Gundel lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Köln.
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  • „Sport und Bewegung – Kernstück der Prävention und Therapie der Demenzerkrankung“ Mittwoch, 17. September, 15 – 17 Uhr Hockey-Judo-Zentrum der Deutschen Sporthochschule Köln, Hörsaal 5, Guts-Muths-Weg 1, 50933 Köln
  • Mit Medikamenten Zeit gewinnen 
  • Gängige Behandlungsformen bei Alzheimer: Tanzen, werken oder einfach nur wohlfühlen? 
  • Engagierte Botschafterin: TV-Moderatorin Okka Gundel unterstützt die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) 
  • Alzheimer Forschung Initiative e.V. – Hintergrundinformation
    Zahlen und Fakten zur Alzheimer-Krankheit

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Sport und Bewegung – Kernstück der Prävention und Therapie der Demenzerkrankung


Frei nach dem Motto „Aktivität ist die beste Medizin“ lädt die AFI zu einem „sportlichen Nachmittag“ ein. Denn sowohl bei der Vorbeugung von Demenzerkrankungen als auch nach einer Demenzdiagnose spielt Bewegung eine wichtige Rolle. Referent Tim Fleiner ist Experte für Bewegungsgerontologie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Er erläutert, wie man durch Sport und Bewegung auch im Alter länger fit bleiben und die geistige Leistung von Menschen mit Demenz durch körperliches Training positiv beeinflussen kann.
Unterstützung bekommt Fleiner von AFI-Botschafterin, TV-Moderatorin und Wahl-Kölnerin Okka Gundel, die durch die Veranstaltung führen wird. Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit, unter Anleitung Übungen aus dem erfolgreichen Programm „Fit für 100“ zu erlernen. Die Übungen eignen sich auch bei eingeschränkter Mobilität und finden zum Teil im Sitzen statt.

Themenschwerpunkt zum Welt-Alzheimer Tag:


Die Therapie der Alzheimer-Demenz
Mit Medikamenten Zeit gewinnen
Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. So beschrieb der britische Premierminister David Cameron unlängst den Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit. Trotz intensiver Forschung scheint ein Heilmittel noch immer in weiter Ferne. Seit dreißig Jahren gibt es Alzheimer-Medikamente. Sie können die Krankheit nicht verhindern oder dauerhaft stoppen, aber zumindest vorrübergehend das Fortschreiten der Krankheit verzögern. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) gibt eine Übersicht über die heute zugelassenen Wirkstoffe und blickt auf die Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Medikamente.

In Deutschland sind derzeit vier Wirkstoffe zur Therapie der Alzheimer-Krankheit zugelassen. Donepezil (Handelsname u.a. Aricept®), Rivastigmin (u.a. Exelon®) sowie Galantamin (u.a. Reminiyl®) gehören zur Gruppe der Acetylcholinesterase-Hemmer und sind für die Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Krankheit vorgesehen. Memantine (u.a. Axura®, Ebixa®) ist ein NMDA-Rezeptorantagonist und wird bei mittelschweren und schweren Formen der Alzheimer-Krankheit eingesetzt. Alle Medikamente liegen in Tablettenform vor, Rivastigmin gibt es darüber hinaus auch als Pflaster.

Hilfe auf Zeit


Acetylcholinesterase-Hemmer, die in Deutschland seit 1995 erhältlich sind, verzögern den Abbau des chemischen Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn. Der Botenstoff ist für die Signalübertragung von einer Nervenzelle auf die nächste zuständig. Hat er seine Arbeit erledigt, wird er durch die Acetylcholinesterase abgebaut. Durch den verzögerten Abbau stehen dem Gehirn trotz absterbender Nervenzellen für eine gewisse Zeit zumindest ausreichend Botenstoffe zur Verfügung. Memantine dagegen sorgt als NMDA-Rezeptorantagonist dafür, dass Lern- und Gedächtnisvorgänge trotz der bei Alzheimer erhöhten Glutamatkonzentration weiter ablaufen können. Das Präparat ist seit 2002 auf dem Markt. Bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium kann zudem eine Kombination von Acetylcholinesterase-Hemmer und Memantine den Krankheitsverlauf weiter hinauszögern.
Bei der Behandlung von Alzheimer-Patienten kommen aber auch andere Medikamente zum Einsatz. Symptome der Erkrankung wie Depressionen, Halluzinationen, Schlafstörungen oder Ruhelosigkeit können so therapiert werden. Da die Symptome beim Fortschreiten der Krankheit wieder verschwinden können, müssen diese Medikamente meist nur für eine begrenzte Zeit eingenommen werden.

Neue Wirkstoffe in der Entwicklung
Neue Alzheimer-Medikamente sind dringend notwendig. Schon heute gibt es in Deutschland etwa 1,2 Millionen Alzheimer-Patienten. Die Anzahl könnte bis 2050 auf über 3 Millionen Menschen mit Alzheimer anwachsen. Ziel der Forschung ist es, einen Wirkstoff zu entwickeln, der die bei Alzheimer charakteristischen Eiweißablagerungen aus Beta-Amyloid und dem Tau-Protein entweder gar nicht erst entstehen lässt oder abbaut. Bisher ist es allerdings trotz vieler Studien mit großer Probandenzahl nicht gelungen, ein solches Medikament zur Marktreife zu bringen.

Vermutlich ist der lange Krankheitsverlauf von wichtiger Bedeutung. Mittlerweile ist es Forschern gelungen, durch Alzheimer bedingte Veränderungen bis zu 25 Jahre vor dem Beginn der eigentlichen Symptome im Körper nachzuweisen. Dies lässt darauf schließen, dass möglichst früh in den Krankheitsprozess eingegriffen werden muss. Damit stimmen auch die aktuellen Beobachtungen aus Studien mit den Antikörpern Solanezumab und Crenezumab überein. Diese haben vor allem bei Patienten im Frühstadium eine zumindest leichte Wirkung entfaltet. Allerdings müssen die Ergebnisse noch durch größere Studien überprüft werden.
Substanzen wie Solanezumab und Crenezumab wurden zur aktiven Immunisierung gegen Beta-Amyloid entwickelt. Bei der aktiven Immunisierung wird ein Wirkstoff injiziert, der eine körpereigene Immunantwort in Form von Antikörpern auslöst. Bei der passiven Immunisierung hingegen wird direkt ein Antikörper in den Körper eingebracht, der sich gegen das Ziel richtet.

Aus dem Labor in die Praxis
Bis die Wirkung eines Medikaments an einer großen Probandenzahl überprüft werden kann, sind viele Jahre der Forschung nötig. Ein typischer Wirkstoff hat, bevor er überhaupt in die erste klinische Studienphase (Phase I) geht, schon drei bis sechs Jahre erfolgreiche Grundlagenforschung im Labor hinter sich.
Im Rahmen einer Phase I-Studie wird die Verträglichkeit und Sicherheit eines Medikaments zumeist mit einer geringen Anzahl (20 bis 80) gesunder Probanden überprüft. Bei positivem Ergebnis geht es in einer anschließenden Phase II-Studie darum, die geeignete Therapiedosis zu finden. Hierfür werden etwa 50 bis 200 erkrankte Probanden eingesetzt. Therapieeffekte sollten zu beobachten sein. Schließlich muss eine über mehrere Monate bis Jahre angelegte Phase III-Studie an 200 bis mehreren tausend Probanden einen signifikanten Wirkungsnachweis erbringen.

Gängige Behandlungsformen bei Alzheimer: Tanzen, werken oder einfach nur wohlfühlen?
Die Alzheimer-Krankheit wirkt sich auf zentrale kognitive Funktionen des Menschen aus. Das Gedächtnis leidet, die Wahrnehmung, die Fähigkeit Probleme zu lösen, die Orientierung und das Einschätzungsvermögen werden nach und nach immer stärker beeinträchtigt. Wenn die Welt aus den Fugen gerät und sich der Mensch nicht mehr auf seinen Geist verlassen kann, werden Emotionen sowie die durch das Umfeld vermittelte Sicherheit, Verlässlichkeit und Stabilität zunehmend wichtige Eckpfeiler für das Selbstwertgefühl und das Wohlbefinden des Patienten. Nicht-medikamentöse Therapien können helfen, die Teilnahme der Patienten am gesellschaftlichen Leben so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, positive Auswirkungen auf die Gemütslage sind ebenfalls dokumentiert. Die Behandlung wird je nach Symptomatik und Grad der Erkrankung durch geschulte Therapeuten eingesetzt. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) gibt einen Überblick.

Bei den emotionsorientierten Therapieansätzen wie der Validation stehen die die Wertschätzung der Gefühle und der Erlebenswelt des Patienten sowie die Mobilisierung noch vorhandener Ressourcen im Mittelpunkt. Die Kommunikation bezieht sich weniger auf die Faktenerinnerung, sondern zunehmend auf die subjektive Erinnerung, Sichtweise und Wahrnehmung des Patienten. Auch die Umgebung spielt hier eine Rolle, so wird zunehmend die Herkunft der Patienten bei der Gestaltung der Räumlichkeiten und Aktivitäten berücksichtigt. Sinnes- und bewegungsbezogene Ansätze zielen mit Hilfe der multisensorischen Stimulation sowohl auf Veränderungen im Verhalten, in der Interaktion und Kommunikation mit anderen, sowie im Erleben der Betroffenen ab.

Einen besonderen Stellenwert nimmt das Training des Pflegepersonals und der pflegenden Angehörigen ein. Das Verständnis für die Defizite von Demenzpatienten soll hier ebenso geschult werden wie das Fördern noch vorhandener Ressourcen und die Verbesserung kommunikativer Fähigkeiten seitens der Patienten. Durch Angehörigentraining scheint sich die Unterbringung von Demenz-Patienten in einem Pflegeheim deutlich herauszögern zu lassen. In diesem Rahmen werden auch Einzel- und Gruppengespräche eingesetzt, in denen der Informations- und Erfahrungsaustausch im Vordergrund stehen. Als sehr hilfreich für Angehörige erweisen sich Angehörigen-Selbsthilfegruppen, die unter anderem von den Regionalgruppen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft angeboten werden.
Die gängigsten nicht-medikamentösen Therapien im Überblick

  • Verhaltenstherapie: Ein psychotherapeutisches Verfahren für Demenzkranke im Frühstadium. Wird eingesetzt zur Bewältigung von Angst, Wut oder Depressionen. Betreuer werden geschult, selbstständiges Verhalten durch positive Zuwendung zu fördern.
  • Physiotherapie: Die Bewegungstherapie soll körperlichen Beschwerden entgegenwirken und hat Einfluss auf das Verhalten und die Körperwahrnehmung der Patienten. Hausarzt und Physiotherapeut einigen sich vor Beginn einer Therapie auf ein Therapieziel.
  • Ergotherapie: Die Ergotherapie soll durch funktionelle, spielerische, handwerkliche und gestalterische Techniken die praktischen Alltagshandlungen der Patienten wiederherstellen oder so lange wie möglich erhalten. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn die Therapie im häuslichen Umfeld stattfindet.
  • Gedächtnistraining oder kognitives Training: Für Patienten im leichten bis mittleren Stadium. Hier stehen Konzentrationsübungen, Merkspiele und Übungen zur geistigen Flexibilität auf dem Plan. Vorsicht Frustrationsgefahr! Es muss darauf geachtet werden, dass die Patienten nicht überfordert werden.
  • Realitäts-Orientierungs-Training: Diese Therapieform unterstützt die räumliche und zeitliche Orientierung der Patienten und ist geeignet für alle Stadien. Den Patienten werden aktiv Informationen zu Zeit und Ort angeboten, jedoch ohne sie zu überfordern.
  • Biografiearbeit oder Erinnerungstherapie: Ein strukturiertes Verfahren, bei dem Erinnerungen des Patienten aktiv wiederaufleben sollen und Erlebnisse aus der Vergangenheit verarbeitet werden. Stützt sich auf das Langzeitgedächtnis und ist (mit Hilfsmitteln wie Fotoalben) oft lange möglich.
  • Musiktherapie: Gemeinsames Musizieren, Singen und Tanzen gehören in diese Kategorie. Positive Effekte der Behandlung sind auch in späteren Stadien der Alzheimer-Krankheit spürbar, da sich deren Wirkung auf emotionaler Ebene abspielt.
  • Tiergestützte Therapie: Hier kommen ausgebildete Kleintiere, aber auch Hunde oder Schweine zum Einsatz. Der Kontakt mit Tieren soll Patienten aktivieren und die soziale Interaktion fördern, selbst wenn keine verbale Kommunikation mehr möglich ist.
  • Snoezelen und Aromatherapie: Snoezelen (aus dem Niederländischen, sprich: „snuselen“) bezeichnet eine Reihe von Aktivitäten auf der sensorischen Ebene. Dabei kommen Licht, Klang, Berührung, Geschmack oder Duft zum Einsatz. Diese Therapieform ist für jedes Stadium geeignet.

Engagierte Botschafterin: TV-Moderatorin Okka Gundel unterstützt die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
„Die Alzheimer-Krankheit verstehen und Menschen gut informieren. Das ist für mich eine Herzensangelegenheit!“, sagt Okka Gundel. Seit November 2012 ist die Fernsehmoderatorin Botschafterin der AFI und packt tatkräftig mit an. Ihre Motivation ist dabei eine ganz persönliche: „Meine Großmutter erkrankte, als ich 25 Jahre alt war. In dieser Zeit kam ich der Alzheimer-Krankheit ganz nahe und habe erlebt, welche Folgen sie mit sich bringt. Die AFI arbeitet dafür, dass offen über die Alzheimer-Krankheit gesprochen wird und macht es möglich, dass unabhängige Wissenschaftler Perspektiven für die Zukunft erarbeiten können. Das möchte ich unterstützen, denn ich meine: Wir dürfen die Alten nicht vergessen.“

Ein voller Hörsaal mit über 200 gespannten Besuchern sowie vier Alzheimer-Forscher erwarteten Okka Gundel bei ihrem ersten öffentlichen Einsatz für die AFI. Als Moderatorin der Veranstaltung „Unterm Mikroskop… Alzheimer-Forscher informieren“ führte sie gewohnt kompetent durch den Abend, moderierte die Rückfragen aus dem Publikum genauso wie die angeregte Schlussdiskussion.
Offen und ehrlich sprach Okka Gundel über ihre eigenen Erfahrungen mit der Alzheimer-Krankheit. „Man pflegt jemanden, der einem immer fremder wird und für den man selbst auch ein Fremder ist. Alzheimerkranke sterben im Grunde zweimal. Einmal, wenn sie ihre Identität verlieren und einmal, wenn das Herz aufhört zu schlagen“, berichtet sie im Vorwort des AFI-Ratgebers „Wir sind für euch da – Für pflegebedürftige Angehörige sorgen“.
Im neuen AFI-Kinderbuch „AFi-KiDS wissen mehr – Für Kinder und ihre Eltern“ ist Okka Gundel jetzt in ganz besonderer Mission unterwegs. Unter dem Motto „Altersgerechte Alzheimer-Aufklärung“ steuert die Mutter von drei Kindern das Vorwort des Buches bei und gibt den jungen Lesern als Comic-Figur viele Tipps. Für alle Angehörigen, Betroffenen und Interessierten ist Okka Gundel weiterhin da. Beiträge im AFI-Newsletter, Veranstaltungsmoderationen und weitere Aktionen sind in Planung.

Über Okka Gundel
Okka Gundel wurde 1974 in Ostfriesland geboren. Nach einem Studium der Sozialwissenschaften in Göttingen und Nizza absolvierte sie von 2002 bis 2003 ein Programm-Volontariat beim WDR. Seit 2004 moderiert die 39-Jährige verschiedene Sportformate im Fernsehen. Bekannt ist sie aus der ARD-Sportschau und den Tagesthemen. Okka Gundel lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Köln.
Pressekontakt Okka Gundel
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Alzheimer Forschung Initiative e.V. – Hintergrundinformation
Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) hat sich zwei Aufgaben gestellt: die Förderung der Ursachen-, Diagnose- und der klinischen Forschung im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit und die Aufklärung und Information der Öffentlichkeit über diese Krankheit. Die Arbeit des Vereins wird zum größten Teil durch Spendengelder von Privatpersonen realisiert.

Die AFI wurde 1995, nach dem US-Vorbild des Alzheimer´s Research Programs der Bright Focus Foundation (BFF) (früher: American Health Assistance Foundation) in Deutschland gegründet. Drei Schwesterorganisationen, die Internationale Alzheimer Stichting Onderzoek (ISAO), seit 1993 in den Niederlanden tätig, die Stichting Alzheimer Onderzoek - Fondation Recherche Alzheimer (SAO-FRA), seit 1997 in Belgien tätig und die 2005 in Frankreich gegründete Ligue Européenne Contre la Maladie d´Alzheimer (LECMA), verfolgen die gleichen Ziele in den jeweiligen Ländern. Die 2009 durch die AFI gegründete Stiftung Alzheimer Initiative gemeinnützige GmbH (SAI) bietet langfristige Möglichkeiten, Forschungsförderung und Aufklärungsarbeit der AFI zu unterstützen.

Ziel: Forschungsförderung
Seit 1996 werden jedes Jahr insbesondere junge Forschungsgruppenleiter aufgerufen, bei der AFI Projekte einzureichen, die zur Erforschung der Alzheimer-Krankheit dienen. Erst genaue Kenntnisse über die Veränderungen und Vorgänge in den Zellen machen eine zielgerichtete Entwicklung von Diagnosemethoden und Medikamenten möglich.
Die Fördermittel werden an besonders Erfolg versprechende Forschungsprojekte vergeben. Sowohl der wissenschaftliche Wert als auch der allgemeine Beitrag des Projektes zum Verständnis des Krankheitsbildes werden dabei berücksichtigt. Daher wird jeder Projektvorschlag von mehreren international anerkannten Alzheimer-Experten auf dem jeweiligen Fachgebiet begutachtet. Jedes eingereichte Forschungsvorhaben wird eingehend in einem zweistufigen Verfahren bewertet. Anträge, die für die zweite Runde ausgewählt wurden, werden beim jährlichen Treffen der Beiräte aus Deutschland (AFI), den Niederlanden (ISAO) und Frankreich (LECMA) vorgestellt, diskutiert und bewertet.
Der europäische Wissenschaftliche Beirat, dem führende deutsche, französische und niederländische Alzheimer-Forscher angehören, gibt seine Empfehlung der zu fördernden Projekte an den Vorstand der AFI, der jeweils am Ende des Jahres die ausgezeichneten Wissenschaftler bekannt gibt.
Bis heute konnte die Alzheimer Forschung Initiative e.V. durch private Spendengelder 145 Wissenschaftler mit rund 6,5 Millionen Euro unterstützen.

Einen Überblick über alle geförderten Projekte finden Sie hier:
http://www.alzheimer-forschung.de/forschung/index.htm

Ziel: Information
Für die Aufklärung von Erkrankten, betroffenen Familienangehörigen und Interessierten hat die AFI eine Reihe von hilfreichen Publikationen erstellt, die kostenlos auf www.alzheimer-forschung.de/aufklaerung/ratgeber.htm bestellt werden können. Eine Auswahl wird hier kurz vorgestellt:

  • Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen ist ein Sachbuch, das die am häufigsten vorkommenden Formen der Demenz sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten beschreibt.
  • Die Broschüre Die Alzheimer-Krankheit verstehen fasst das Wichtigste zum Krankheitsbild zusammen und gibt Antworten auf die häufigsten Fragen.
  • Diagnose-Verfahren bei Alzheimer behandelt die wichtigsten Untersuchungen beim Verdacht auf Alzheimer.
  • Wir sind für euch da – Für pflegebedürftige Angehörige sorgen bietet bewegende Alzheimer-Erfahrungsberichte sowie zahlreiche praktische Tipps und weiterführende Adressen für Alle, die einen Angehörigen zu Hause pflegen. Mit einem Vorwort von AFI-Botschafterin Okka Gundel.
  • In vielen Familien erleben Kinder die Alzheimer-Krankheit ihrer Großeltern. Gerade für die ganz junge Generation sind die Symptome der Erkrankung oft nur schwer nachzuvollziehen. Deshalb bietet das Kinderbuch AFi-KiDS wissen mehr – Für Kinder und ihre Eltern altersgerechte Alzheimer-Aufklärung im Comic-Stil für Kinder ab fünf Jahren.
  • Hilfe für Pflegende: Stress bewältigen. Weit über die Hälfte der Alzheimer-Patienten werden zu Hause betreut. Die Arbeit, die Pflegende leisten, ist körperlich und seelisch aufreibend und mit hohem Stress verbunden. Diese Broschüre soll helfen, diesen Stress zu erkennen und abzubauen.
  • Sicher Auto fahren im Alter gibt Tipps für sicheres Fahren im Alter und zeigt Möglichkeiten auf, auch ohne Auto mobil zu bleiben. Für die schwierige Situation, dass einem Betroffenen das Autofahren untersagt werden muss, gibt die Broschüre viele Hinweise.
  • Die Broschüre Diabetes und Alzheimer: Risiken kennen und meiden gibt einen Überblick über das Zusammenspiel beider Krankheiten und erläutert, wie Diabetiker ihr Risiko für Folgeerkrankungen minimieren können.
  • Das Mitteilungsblatt Alzheimer Forschung Direkt erscheint mehrmals im Jahr. Es stellt die geförderten Forschungsvorhaben vor und informiert über die Aktivitäten der AFI.
  • Die Broschüre Vertrauen in die Forschung informiert über die Arbeit der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) und ihrer Stiftung.

Zahlen und Fakten zur Alzheimer-Krankheit
Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende, degenerative und unheilbare Gehirnstörung. Ihre Ursachen sind immer noch unbekannt. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die Krankheit eher auf einer Reihe miteinander verbundener Störungen beruht als auf einem einzelnen Leiden. Zu den Symptomen gehören Gedächtnisverlust, Verlust der Sprachfähigkeit und des Urteilsvermögens, weitgehende Veränderungen der Persönlichkeit sowie starke Stimmungsschwankungen.

  • Der letzte Zensus wurde 2011 durchgeführt. Im April 2014 wurden die nach Altersgruppe und Geschlecht gegliederten Ergebnisse veröffentlicht. 20,7 Prozent der deutschen Bevölkerung waren zum Zeitpunkt der Erhebung älter als 65 Jahre. Insgesamt sind das rund 16,9 Millionen Menschen.
  • Alzheimer ist eine unheilbare Gehirnerkrankung. Zellen bestimmter Gehirnregionen funktionieren zunächst nicht mehr und sterben schließlich ab. Die Alzheimer-Krankheit ist die am weitesten verbreitete Ursache einer Demenz (ca. zwei Drittel aller Demenzen sind Alzheimer).
  • Es gibt Medikamente, die den Krankheitsverlauf zeitweilig aufhalten und verzögern können. Daher ist es wichtig, die Krankheit bereits in einem frühen Stadium zu diagnostizieren, wenn der Patient noch weitgehend selbständig leben kann. Eine Heimeinweisung kann durch Medikamente bis zu zwei Jahren verzögert werden.
  • Die Krankheit kann heute mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch psychometrische Tests festgestellt werden. Viele Forschergruppen arbeiten an Tests mit bildgebenden Verfahren oder an der Entwicklung von Bluttests, die schon zu Beginn der Alzheimer-Krankheit eindeutige Ergebnisse liefern.
  • Jedes Jahr erkranken 200.000 Menschen in Deutschland an Alzheimer. Man schätzt, dass in Deutschland 1 bis 1,2 Millionen Alzheimer-Patienten leben. Für das Jahr 2050 wird ein Anstieg auf rund 3 Millionen Patienten prognostiziert.
  • Über 98 Prozent der Erkrankten sind jenseits des 65. Lebensjahres. Das Risiko einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Man geht davon aus, dass es bei der Bevölkerung über 65 alle fünf Jahre zu einer Verdopplung der Alzheimer-Erkrankung kommt. So leidet mindestens jeder vierte Mensch über 85 Jahren an dieser Krankheit.
  • Zwei Drittel der Demenz-Kranken leben zu Hause und werden durch Angehörige gepflegt.
  • Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt sieben Jahre.

Quellen u.a.:
Statistisches Bundesamt
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
DGPPN, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
IGSF-Institut für Gesundheits-System Forschung, Kiel

 

Gelesen 7961 mal Letzte Änderung am Samstag, 20 September 2014 21:14

Start: 29.12.2012

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