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Mittwoch, 17 September 2014 14:22

Von Nährstoffmangel bedrohte Regionen

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Team um Freiburger Forscherin hat untersucht, wie Mangelernährung und Ausfall von Bestäubung zusammenhängen

Freiburg, 17.09.2014 - Menschen aus Gebieten, in denen die landwirtschaftliche Produktion stark von Bestäubung abhängig ist, leiden mit einer dreimal höheren Wahrscheinlichkeit als andere an einem Mikronährstoffmangel. Das hat ein deutsch-amerikanisches Forschungsteam unter der Leitung von Alexandra-Maria Klein, Professorin für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Universität Freiburg, gezeigt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten, welchen Beitrag Bestäubung für die menschliche Ernährung leistet. Die Forschungsergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“ erschienen. Sie zeigen, dass Bestäubung in landwirtschaftlichen Gebieten wie in Teilen von Südostasien, Lateinamerika und Zentralafrika für die Produktion von Mikronährstoffen entscheidend ist. „Unsere Studie zeigt, welche Folgen Bestäubungsdefizite für eine weltweit gesunde Ernährung haben und dass Regionen, die besonders gefährdet sind, identifiziert werden können“, schlussfolgert Klein.

Pflanzen vermehren sich durch Bestäubung: Wind, Wasser oder Tiere wie etwa Bienen übertragen die Pollen auf die weiblichen Blütenteile. Nutzpflanzen, die von Bestäubung abhängig sind, liefern einen großen Teil der globalen Vorräte an Mikronährstoffen. Zu diesen gehören Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Forscherinnen und Forscher haben Daten zu den weltweiten Ernteerträgen von 115 verschiedenen Nutzpflanzen sowie Informationen über die Abhängigkeit der Pflanzen von Bestäubung und über ihren Nährstoffgehalt zusammengetragen. Diese Daten verglichen sie mit Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zu Regionen, in denen die Menschen nicht ausreichend Mikronährstoffe zu sich nehmen und daher an Mangelernährung leiden. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf Vitamin A, Eisen und Folsäure.

Auf diese Weise identifizierten die Wissenschaftler Regionen, in denen die menschliche Gesundheit beeinträchtigt wäre, wenn keine Bestäubung der Nutzpflanzen stattfinden würde. In Thailand, dem westlichen Iran und Rumänien sowie in Teilen von Indien, Australien, Mexiko, den USA und Argentinien sind beispielsweise 50 Prozent des produzierten Vitamin A auf Bestäubung angewiesen. Eisen und Folsäure sind weniger abhängig von dieser Art der Vermehrung. Dennoch würde ein Ausfall der Blütenbestäubung in Westchina, der Zentralafrikanischen Republik, Nord-Mexiko, der Halbinsel Yukatan sowie dem nordöstlichen Teil Südafrikas die Herstellung von Eisen und Folsäure um zwölf bis 15 Prozent reduzieren.  „Die Gefahr, einen Mangel an Mikronährstoffen zu erleiden, ist vor allem in Ländern hoch, über die wir in Bezug auf die Bedrohung und den Schutz von bestäubenden Insekten so gut wie gar nichts wissen“, sagt Klein. 

Originalpublikation:
Rebecca Chaplin-Kramer, Emily Dombeck, James Gerber, Katherine Knuth, Nathan Mueller, Megan Mueller, Guy Ziv, Alexandra-Maria Klein (2014): Global Malnutrition Overlaps with Pollinator-Dependent Micronutrient Production. Proc. R. Soc. B. 281. doi: 10.1098/rspb.2014.1799


Kontakt:
Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein
Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-67770
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

(Quelle: https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2014/pm.2014-09-17.98)

 

 

Düsseldorf, 15. September 2014 – Über 200.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Alzheimer. Schon heute berichtet jeder Zweite (50 %), einen Alzheimer-Patienten persönlich zu kennen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) anlässlich des Welt-Alzheimer-Tags am 21. September.
Jeder fünfte Deutsche (20 %) hat demnach einen Alzheimer-Patienten in der Familie. Knapp ein Drittel der Befragten (30 %) geben an, jemanden mit der Krankheit in ihrem Bekanntenkreis zu kennen. Da Alzheimer eine Alterserkrankung ist, fallen diese Werte bei den über 60-Jährigen auch deutlich höher aus: Hier sind es 61 Prozent, die einen Alzheimer-Patienten persönlich kennen. Davon berichten 39 Prozent von Bekannten, die an Alzheimer erkrankt sind.
Quelle: Eine repräsentative Umfrage der Alzheimer Forschung Initiative e.V., durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach bei 1.507 Personen ab 16 Jahren.


Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.


Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel. Bis heute konnte die AFI 145 Wissenschaftler mit rund 6,5 Millionen Euro unterstützen. Darüber hinaus wurden über 600.000 Ratgeber und Broschüren abgegeben. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Informationen anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Möglichkeiten zu spenden.


Pressekontakt Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Dr. Christian Leibinnes
Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
Kreuzstr. 34
40210 Düsseldorf
0211-86 20 66-27
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www.alzheimer-forschung.de/presse

 

Wortspiel für die Wissenschaft: Mitmachen erwünscht!

Berlin, 15. September 2014 - Fragt man Erwachsene, was ihnen zu „Hund“ einfällt, sagen die meisten „Katze“. Warum das so ist und wie genau Informationen in unserem Gedächtnis angeordnet sind, wollen Psychologen des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen herausfinden. Dafür beteiligen sie sich an dem internationalen Projekt „Small World of Words“ der Katholischen Universität (KU) Leuven.

Ein Erwachsener kennt im Schnitt rund 40.000 Wörter. Diese sind in unserem Gedächtnis, in einem individuellen, mentalen Lexikon hinterlegt und miteinander verknüpft. Bildlich kann man sich das auch wie eine Bibliothek im Gehirn vorstellen, in der die eigenen Bücher nach einem bestimmten Prinzip geordnet sind. Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, wie diese Durchschnitts-Bibliothek aufgebaut ist und, ob es Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Erwachsenen gibt.

Mit Hilfe eines onlinebasierten Wortassoziationsspiels möchten sie deshalb das mentale Lexikon von Menschen jeden Alters im deutschsprachigen Raum erfassen. In dem Spiel geht es darum, die ersten drei Assoziationen anzugeben, die einem zu insgesamt 18 Begriffen einfallen. So zum Beispiel zu Begriffen, wie „Hund“, „Gewitter“ oder „demokratisch“. Das Assoziationsspiel zeigt, wie nah oder fern Wörter im Gedächtnis abgespeichert sind und verrät somit die Anordnung der Bücher in der eigenen Bibliothek.

„Die Struktur des individuellen Lexikons im Gehirn wird durch unsere Erfahrungen bestimmt. Erleben wir, dass bestimmte Dinge in unserer Umwelt oft zusammen auftreten und eine ähnliche Bedeutung haben, dann ordnen wir diese einander zu. Da aber Menschen verschiedene und altersbedingt unterschiedlich viele Erfahrungen gemacht haben, sind sich die mentalen Lexika zwar sehr ähnlich, aber nicht identisch“, sagt Dirk Wulff, Wissenschaftler am Forschungsbereich „Adaptive Rationalität“ des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Mit der Studie möchten die Forscher deshalb möglichst viele Daten sammeln, um ein möglichst genaues Bild von einem Durchschnitts-Lexikon erstellen zu können.

Das Assoziationsspiel ist Teil des internationalen Projektes „Small World of Words“, welches von der Katholischen Universität Leuven geleitet wird. Das Projekt läuft bereits erfolgreich in den Sprachen Niederländisch, Kantonesisch, Französisch, Vietnamesisch, Japanisch und Spanisch. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Universität Tübingen setzen es nun im deutschsprachigen Raum um. Übergreifendes Ziel ist es, herauszufinden wie Begriffe in unserem Gedächtnis angeordnet und miteinander verknüpft sind – sprachen- und altersübergreifend.

„Wir hoffen, dass die Erkenntnisse aus unserer Studie dazu beitragen, besser zu verstehen, was im Gedächtnis von jüngeren und älteren Erwachsenen passiert und warum es passiert“, sagt Dirk Wulff. „Dies ist beispielsweise auch für das Verständnis von Demenzerkrankungen relevant. Mit akkuraten mentalen Lexika können wir simulieren, wie Demenzerkrankungen die Suche nach bestimmten Inhalten in unserem Gedächtnis beeinflussen.“

Verraten auch Sie Ihre Assoziationen und unterstützen Sie damit das Projekt „Small World of Words“ unter: www.smallworldofwords.com/de/

Hintergrundinformationen
Die Studie „Small World of Words“ wurde im Jahr 2003 als Projekt an der KU Leuven (Belgien) gestartet. Über fünf Millionen Assoziationen in niederländischer Sprache konnten mit Hilfe des Wortspiels gewonnen werden. Seither ist die Studie in fünf weiteren Sprachen angelaufen. Um das innere Lexikon richtig abbilden zu können, braucht es etwa 240.000 Probanden pro Sprache, weshalb die Studie auf mehrere Jahre angelegt ist. Für die Studie in deutscher Sprache sind das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und die Universität Tübingen verantwortlich. Link zum Wortassoziationsspiel: http://www.smallworldofwords.com/de/

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wurde 1963 in Berlin gegründet und ist als interdisziplinäre Forschungseinrichtung dem Studium der menschlichen Entwicklung und Bildung gewidmet. Das Institut gehört zur Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., einer der führenden Organisationen für Grundlagenforschung in Europa.

Kontakt:

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kerstin Skork

Telefon: 030-82406-211

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Montag, 15 September 2014 14:24

Moose überleben Klimakatastrophen

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Freiburger Forscher finden heraus, warum die Pflanzen Eiszeiten überlebten

Freiburg, 15.09.2014 - Seit mehr als 400 Millionen Jahren wachsen Moose auf der Erde. In dieser Zeit haben sie viele Klimakatastrophen überstanden, die robustere Lebewesen, wie zum Beispiel die Dinosaurier, auslöschten. Kürzlich berichteten britische Forscher von einzelnen Moospflänzchen, die nach mehr als 1.500 Jahren im Eissarg der Antarktis im Labor wiederbelebt wurden. Warum sind diese zarten Pflänzchen so widerstandsfähig gegenüber Klimaveränderungen? Die Freiburger Biologieprofessoren Ralf Reski und Peter Beyer haben nun mit ihren Teams herausgefunden, dass Moose spezielle Gene haben, die bei niedrigen Temperaturen aktiv werden. Ihre Ergebnisse sind soeben online in der Fachzeitschrift „New Phytologist“ erschienen.

Die Mitglieder des Exzellenzclusters BIOSS Centre for Biological Signalling Studies der Universität Freiburg untersuchten das Kleine Blasenmützenmoss Physcomitrella patens, das seit Jahren das zentrale Forschungsobjekt in Reskis Arbeitsgruppe „Pflanzenbiotechnologie“ ist. Zunächst ermittelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Aktivität von mehr als 27,000 Moosgenen in Pflänzchen, die bei Raumtemperatur und nach verschieden langen Zeiträumen auf Eis wuchsen. Danach untersuchten sie mit biochemischen und physikalischen Methoden verschiedene Signale und Schutzmoleküle der Pflanze. „Das Moos erkennt die absinkende Temperatur und sendet als Signal das Stresshormon ABA aus, das zu drei zeitlich gestaffelten Wellen von Genaktivitäten führt“, berichtet Reski. „Als deren Resultat bildet das Moos hochkomplexe Schutzmoleküle.“ Besonders verblüffend war für die Forscherinnen und Forscher, dass unter den am schnellsten reagierenden Gene viele waren, die bisher nur aus Moos bekannt sind. Diese Moosgene könnten also die Antwort auf die Frage sein, warum die zarten Pflänzchen solche Überlebenskünstler sind.

Ralf Reski ist Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) und am Strasbourg Institute for Advanced Study (USIAS) sowie Mitbegründer des Trinationalen Instituts für Pflanzenforschung (TIP). Peter Beyer ist USIAS Fellow.

Originalpublikation:
Anna K. Beike, Daniel Lang, Andreas D. Zimmer, Florian Wüst, Danika Trautmann, Gertrud Wiedemann, Peter Beyer, Eva L. Decker und Ralf Reski (2014): Insights from the cold transcriptome of Physcomitrella patens: global specialization pattern of conserved transcriptional regulators and identification of orphan genes involved in cold acclimation. New Phytologist, doi: 10.1111/nph.13004.


Kontakt:
Prof. Dr. Ralf Reski
Lehrstuhl Pflanzenbiotechnologie
Fakultät für Biologie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761-203-6968
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.plant-biotech.net

(Quelle: https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2014/pm.2014-09-15.97)

Freitag, 29 August 2014 14:36

Reise durch Resonanz

 

Wissenschaftler finden Erklärung, wie Nervenzellen über große Entfernung miteinander kommunizieren

Freiburg, 29.08.2014-

Seit Jahrzehnten rätselt die Wissenschaft, wie Nervenzellen im Gehirn über weite Distanzen miteinander kommunizieren. Denn so, wie Netzwerke von Nervenzellen verschaltet sind und einzelne Zellen auf Impulse reagieren, ist es eigentlich unmöglich. Wissenschaftler aus Deutschland und Frankreich geben nun eine mögliche Antwort, wie das Gehirn trotzdem funktionieren kann: indem es die Kraft der Resonanz ausnutzt. Die Neurowissenschaftler Gerald Hahn, Alejandro F. Bujan und ihre Kollegen beschreiben in der Fachzeitschrift „PLoS Computational Biology“, dass Resonanz die Schwingungen in der Aktivität der Nervenzellen so verstärken kann, dass sich die Signale weiter ausbreiten. Die Teams vom Exzellenzcluster BrainLinks-BrainTools und dem Bernstein Center der Universität Freiburg sowie der Abteilung UNIC des französischen Centre national de la recherche scientifique in Gif-sur-Yvette simulierten im Computer mehrere Netzwerke von Nervenzellen und untersuchten, wie sie Signale weiterleiten.

Frühere Vermutungen, wie Information durch das Gehirn reist, waren unrealistisch: Entweder mussten Forscherinnen und Forscher starke Verbindungen zwischen weit entfernten Hirnarealen annehmen, für die es keine Hinweise gab, oder sie setzten einen globalen Mechanismus im Gehirn voraus, der Hirnareale in miteinander verbundene Schwingungen versetzt. Wie dies vonstattengehen soll, konnte jedoch niemand erklären. Hahn und Bujan benötigten in ihrer Simulation weder unrealistische Netzwerkeigenschaften noch einen Schwingungsgenerator im Gehirn. Die Forscher fanden stattdessen heraus, dass Resonanz der Schlüssel zur Langstreckenkommunikation in Netzwerken sein könnte, die wie das Gehirn über relativ wenige und schwache Verbindungen verfügen. Nicht alle Nervenzellen regen andere an, aktiv zu werden; manche wirken auch hemmend. Das Zusammenspiel von Erregung und Hemmung kann die Aktivität in einem Netzwerk um einen bestimmten Wert schwingen lassen. Netzwerke haben für gewöhnlich eine Frequenz, bei der die Schwingungen besonders stark sind, so wie auch eine gespannte Geigensaite eine bevorzugte Frequenz besitzt. Schwingt die Aktivität mit dieser Frequenz, breiten sich Pulse viel weiter aus. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in bestimmten Fällen die Resonanzverstärkung bei schwingenden Signalen die einzige Möglichkeit für eine Kommunikation über weite Strecken sein könnte. Sie vermuten darüber hinaus, dass das Gehirn durch die Fähigkeit eines Netzwerks, seine bevorzugte Frequenz zu verändern, Informationen zu verschiedenen Zeiten auf unterschiedliche Weise verarbeiten kann.

Originalveröffentlichung:
Hahn G, Bujan AF, Frégnac Y, Aertsen A, Kumar A (2014) Communication through resonance in spiking neuronal networks. PLoS Comp. Biol.
Doi:10.1371/journal.pcbi.1003811
 

Kontakt:
Dr. Arvind Kumar
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-9574
Fax: 0761/203-9559
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

(Quelle: https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2014/pm.2014-08-29.93)

 

 

Berlin/Essen/Dortmund, 20.08.2014 - Die Unstatistik des Monats August ist die Nachricht des Tagesspiegel online vom 7. August 2014: „Die Prostatakrebs-Vorsorge per PSA-Test kann das Sterberisiko um mehr als ein Fünftel senken.“ Focus-online, Merkur-online und DIE WELT-online berichteten in genau denselben Worten über die größte europaweite Studie mit über 162.000 Männern im Alter von 55 bis 69 Jahren.

Dieser eine Satz des Artikels enthält gleich drei Unstatistiken. So heißt es am Ende „mehr als ein Fünftel“. Bedeutet das, dass von je hundert Männern, die zum Screening gingen, das Leben von mehr als zwanzig gerettet wurde? Nein. Die Zahl ist eine relative, keine absolute Reduktion. Absolut gesehen starben in der Kontrollgruppe (ohne PSA-Test) nach 13 Jahren etwas mehr als 0,6 Prozent der Männer, in der Screeninggruppe (mit PSA-Test) etwas weniger als 0,5 Prozent. Die absolute Reduktion ist also 0,1 Prozentpunkte (gerundet), die relative Reduktion ein Fünftel.  Im Klartext bedeutet also „ein Fünftel“ nichts anders als „ein Mann von 1 000“ (genau: 1 von 781). Das steht auch so in der Zusammenfassung des Originalartikels. Aber „ein Fünftel“ klingt beeindruckender.

Die zweite irreführende Botschaft ist, dass sich diese Zahl auf das „Sterberisiko“ bezieht. Das ist aber nicht der Fall. Sie bezieht sich nur auf das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, nicht aber auf das allgemeine Sterberisiko (d.h., alle Ursachen, einschließlich Prostatakrebs). Denn dieses änderte sich durch PSA-Tests nicht: nach 13 Jahren waren genau so viel Männer am Leben – unabhängig davon, ob sie am Screening teilgenommen hatten oder nicht. Für diesen Unterschied zwischen Sterblichkeit und Prostatakrebssterblichkeit gibt es mehrere mögliche Ursachen. Beispielsweise werden Männer, die an den Folgen einer Prostata-Operation sterben, nicht in der Prostatakrebssterblichkeits-Statistik aufgeführt, aber in der Sterblichkeitsstatistik. Fazit: Die Studie erbrachte keinen Nachweis, dass durch das PSA-Screening Leben gerettet wurde.

Der dritte Irrtum: Es handelt sich nicht um „Prostatakrebs-Vorsorge“ sondern um „Prostatakrebs-Früherkennung.“ Als Vorsorge bezeichnet man Methoden, welche die Wahrscheinlichkeit von Krebs senken, wie etwa mehr Bewegung und weniger Alkohol. Um einen Krebs früh zu erkennen, muss er jedoch schon da sein. Früherkennung verringert also nicht die Wahrscheinlichkeit, Krebs zu bekommen, wie viele Menschen glauben.

Man muss sich fragen, warum so viele Journalisten diese elementaren drei Fehler immer wieder machen – „Spiegel online“ beispielsweise hat dagegen richtig und verständlich berichtet. Positiv anzumerken bleibt, dass der Schaden des Screenings genau beziffert wurde: auf jeden Mann weniger, der mit der Diagnose Prostatakrebs stirbt,  kommen 27 Männer, welche unnötig operiert oder bestrahlt werden, was zu Inkontinenz und Impotenz führen kann. Und auch, dass die Autoren der Studie deswegen das PSA-Screening nicht empfehlen. Warum keine deutschen Urologen an dieser größten europaweiten Studie teilgenommen haben, thematisiert hingegen keiner der Berichte.

Ihr Ansprechpartner dazu:
Prof. Dr.Gerd Gigerenzer, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB), Berlin,
Tel.:(030) 82406-361, www.mpib-berlin.mpg.de

Zur Aktion „Unstatistik des Monats“
Gemeinsam mit dem RWI - Vizepräsidenten Thomas Bauer (Rheinisch-Westfälisches-Institut für Wirtschaftsforschung) und dem Dortmunder Statistiker Walter Krämer (TU Dortmund) hat der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, im Jahr 2012 die Aktion „Unstatistik des Monats“ ins Leben gerufen. Mit dieser Maßnahme hinterfragen die Wissenschaftler jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Die Aktion will so dazu beitragen, mit statistischen Daten vernünftig umzugehen, in Zahlen gefasste Abbilder der Wirklichkeit korrekt zu deuten und eine immer komplexere Welt und Umwelt sinnvoll und allgemein verständlich zu beschreiben.


Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wurde 1963 in Berlin gegründet und ist als interdisziplinäre Forschungseinrichtung dem Studium der menschlichen Entwicklung und Bildung gewidmet. Das Institut gehört zur Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., einer der führenden Organisationen für Grundlagenforschung in Europa.
Kontakt:

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kerstin Skork
Telefon: 030-82406-211
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Weitere Informationen:
www.mpib-berlin.mpg.de/de/presse/dossiers/unstatistik-des-monats
www.mpg.de
www.unstatistik.de

Berlin/Essen/Dortmund, 28.07.2014 - Laut dem Statistischen Amt der EU in Luxemburg leben Frauen in Deutschland im Durchschnitt 83 und etwa in Bulgarien nur 71 Jahre lang. Davon verbringen sie in Bulgarien aber 66 Jahre, in Deutschland nur 58 Jahre gesund.

Diese und ähnliche Statistiken werden immer wieder durch die Medien ungeprüft verbreitet, zuletzt in der Neuen Zürcher Zeitung vom 15. Juli 2014 unter dem Titel „Langes Leben, gesundes Leben“, sind aber aus mindestens zwei Gründen falsch: Erstens gibt die als Lebenserwartung genannte Zahl keinesfalls, wie oft behauptet, die durchschnittliche Lebenszeit von heute geborenen Menschen an. Sie sagt allein: Wenn alle altersspezifischen Mortalitätsraten (Todesfälle pro Altersklasse pro Zeit) auch in Zukunft so bleiben wie sie heute sind, dann lebt beispielsweise ein heute geborenes Mädchen in Deutschland im Mittel 83 Jahre. Da diese altersspezifischen Mortalitätsraten aber vermutlich weiter abnehmen werden, leben heute geborene Kinder im Durchschnitt weitaus länger. Dieser Effekt wird in der amtlichen Statistik durchaus anerkannt (man spricht hier von „Periodensterbetafeln“), auch Lebensversicherer berücksichtigen ihn bei ihrer Prämienkalkulation.

Zweitens wird die Zahl der gesund verbrachten Lebensjahre, der sogenannte Healthy Life Years-Indikator, aus Umfragen geschätzt. Da aber die Befragten selbst bewerten, ob sie in den letzten sechs Monaten vor der Befragung aus Krankheitsgründen in ihren üblichen Betätigungen behindert waren, sind diese Zahlen international nicht vergleichbar. Denn was als krank oder als eine Behinderung gilt, variiert beträchtlich – auch aufgrund kultureller Unterschiede – über Raum und Zeit. So ist aus zahlreichen empirischen Untersuchungen bekannt, dass sich Menschen auf dem Land von leichtem Fieber oder Rückenschmerzen kaum behindert fühlen, Menschen in der Stadt dagegen wohl.

Ohne objektives Messsystem sind die EU-Zahlen zur gesunden Lebenserwartung aber nicht belastbar und damit für eine international vergleichbare Beurteilung von wenig Wert.

Zur Aktion „Unstatistik des Monats“
Gemeinsam mit dem RWI - Vizepräsidenten Thomas Bauer (Rheinisch-Westfälisches-Institut für Wirtschaftsforschung) und dem Dortmunder Statistiker Walter Krämer (TU Dortmund) hat der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, im Jahr 2012 die Aktion „Unstatistik des Monats“ ins Leben gerufen. Mit dieser Maßnahme hinterfragen die Wissenschaftler jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Die Aktion will so dazu beitragen, mit statistischen Daten vernünftig umzugehen, in Zahlen gefasste Abbilder der Wirklichkeit korrekt zu deuten und eine immerkomplexere Welt und Umwelt sinnvoll und allgemein verständlich zu beschreiben.


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Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wurde 1963 in Berlin gegründet und ist als interdisziplinäre Forschungseinrichtung dem Studium der menschlichen Entwicklung und Bildung gewidmet. Das Institut gehört zur Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., einer der führenden Organisationen für Grundlagenforschung in Europa.
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Berlin, 25. Juli 2014 – Prof. Dr. Agnes Flöel von der Charité - Universitätsmedizin Berlin ist am Freitagabend mit dem erstmals verliehenen Kurt Kaufmann-Preis der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) geehrt worden. Die AFI zeichnet damit die Arbeit der Neurowissenschaftlerin auf dem Gebiet der Alzheimer-Prävention aus. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ermöglicht die Fortführung ihrer Forschungsarbeit mit einer Probandenstudie.
„Prof. Agnes Flöel hat sich in den zurückliegenden Jahren sehr ausführlich und in einer ganzen Reihe von sehr guten und hochrangig publizierten Arbeiten mit präventiven Faktoren beschäftigt“, sagte Prof. Walter E. Müller, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der AFI, bei seiner Laudatio in der Hörsaalruine des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité. „Ihr Antrag verbindet in vorbildlicher Weise präventive Ansätze mit neuen neurophysiologischen und medikamentösen Ansätzen und kann damit Erkenntnisse generieren, die weit über die eigentliche Prävention hinausgehen können“, so Müller weiter.
Preisträgerin Prof. Flöel sagte: „Mein Dank gilt zum einen natürlich dem Kuratorium der Alzheimer Forschung Initiative, die mit dieser Verleihung den wichtigen und lange Jahre nur am Rande gewürdigten Bereich der Präventionsforschung unterstützt. Außerdem möchte ich aber an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Spenderin, Frau Gertrud Maria Kaufmann, aussprechen, für ihre aus persönlichen Erfahrungen beeinflusste Unterstützung der Alzheimer-Forschung.“
Das Preisgeld setzt Prof. Flöel im Rahmen ihrer Projekte zu Lebensstilfaktoren, Hirnstimulation und Altern für eine Studie mit 20 gesunden Personen im Alter von 50 bis 65 Jahren ein. Die Probanden sollen am Computer mit dem in der eigenen Arbeitsgruppe entwickelten Programm LOCATO die Lage von Häusern auf einer schematisierten Straßenkarte lernen und behalten. Einer Gruppe der Studienteilnehmer wird vorher ein Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) verabreicht, der auch zur Depressionsbehandlung eingesetzt wird. Darüber hinaus erhalten diese Probanden während der Übung eine nicht-invasive Hirnstimulation (anodale Gleichstromstimulation, aGS) über zwei Elektroden. Im Rahmen der Studie will Prof. Flöel überprüfen, ob diese Maßnahmen die Gedächtnisleistung fördern. Das Ziel der Forscherin ist, Lernen und Gedächtnisbildung zu verbessern, um Schäden am Gehirn zu vermeiden und so der Alzheimer-Krankheit vorzubeugen.
Der Kurt Kaufmann-Preis der Alzheimer Forschung Initiative wird alle zwei Jahre mit wechselnden Schwerpunkten im Gesamtbereich der Alzheimer-Forschung ausgeschrieben. In diesem Jahr ist der Kurt Kaufmann-Preis dem Thema „Alzheimer-Prävention“ gewidmet. Die thematische Ausrichtung dient dazu, Impulse zu geben und das Forschungsgebiet weiter zu fördern. Die nächste Ausschreibung erfolgt im Oktober 2015.
Der Namensgeber des Preises, Kurt Kaufmann, war an Alzheimer erkrankt. Seine Ehefrau Gertrud Maria Kaufmann hatte die Alzheimer Forschung Initiative e.V. in ihrem Testament bedacht, um die Alzheimer-Forschung zu unterstützen und zugleich ihres Mannes zu gedenken. Dies geschieht in Form des Kurt Kaufmann-Preises.


Steckbrief von Prof. Dr. Agnes Flöel


seit 2013 Professorin für Kognitive Neurologie, Klinisches Forschungszentrum des
Exzellenzclusters NeuroCure, Charité
seit 2009 Professorin für Zerebrovaskuläre Erkrankungen und Oberärztin an der
Klinik für Neurologie, Charité
2008 Gastwissenschaftlerin, Oxford Center for Functional MRI of the Brain,
Oxford, UK
2008 Habilitation, Neurologie, Universität Münster
2007 Facharztprüfung in Neurologie, Funktionsoberärztin
2005 Nachwuchsgruppenleiterin, Universitätsklinikum Münster
2002 - 04 Postdoktorandenstipendium (Supervisor: Dr. L. G. Cohen),
National Institutes of Neurological Disorders and Stroke, USA
1999 - 02 Facharzt-Ausbildung Neurologie, Universität Münster
1992 - 99 Medizinstudium, Universität Hannover


Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel. Bis heute finanzierte die AFI 120 Forschungsprojekte mit über 6,4 Mio. Euro. Darüber hinaus wurden über 600.000 Ratgeber und Broschüren abgegeben. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Informationen anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Möglichkeiten zu spenden.

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Dr. Christian Leibinnes
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Düsseldorf, 21. Juli 2014 – Wenn es um ihr Gedächtnis geht, sind die Deutschen alarmiert. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) würden 82 Prozent aller Befragten bei einer deutlichen Verschlechterung ihres Gedächtnisses einen Arzt aufsuchen. Davon würden insgesamt 45 Prozent der Befragten dies bestimmt machen, weitere 37 Prozent wahrscheinlich. Lediglich zwei Prozent lehnen den Besuch eines Arztes in so einem Fall rigoros ab, jeder Zehnte würde auf den Arztbesuch wahrscheinlich verzichten.
Auch wenn nur 32 Prozent der Befragten wissen wollten, ob sie einmal an Alzheimer erkranken werden, bedeutet dies also umgekehrt nicht, dass sie bei einer Beeinträchtigung ihrer Gedächtnisleistung nicht zum Arzt gehen würden. Frauen würden sich eher in Behandlung begeben (85 %) als Männer (79 %), über 50-Jährige (85 %) eher als unter 50-Jährige (79 %). Wer sich manchmal Sorgen macht, selbst einmal an Alzheimer zu erkranken (insgesamt 45 % der Deutschen), ist besonders sensibilisiert: 90 Prozent aus dieser Gruppe würden Gedächtnisprobleme von einem Arzt untersuchen lassen.
Quelle: Eine repräsentative Umfrage der Alzheimer Forschung Initiative e.V., durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach bei 1.507 Personen ab 16 Jahren.

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München, 20. Juli 2014 – Bei sengender Sommerhitze rauchten am Wochenende die Köpfe in Neubiberg bei München. Zwei Tage lang wetteiferten dort die besten Gedächtnissportler Deutschlands bei den 17. Deutschen Gedächtnismeisterschaften um Titel und Rekorde. Frei nach dem Motto: Wer merkt sich am meisten in kürzester Zeit? Das beste Gedächtnis Deutschlands unter den Erwachsenen hat Simon Reinhard (35), Rechtsanwalt aus München, der in gleich zwei Disziplinen neue Weltrekorde aufstellte: 1479 gemerkte Zahlen in 30 Minuten Einprägezeit sowie 186 Namen und Gesichter in 15 Minuten. Unter den Jugendlichen räumte überraschend die 14 ‐ jährige Berlinerin Anne Reulke ab und lag schließlich vor dem 15 ‐ jährigen Favoriten Konstantin Skudler, ebenfalls aus der Bundeshauptstadt

Gehirntraining liegt nicht nur im Trend, es wird auch von Medizinern als Schutz vor neuronalem Verfall im Alter empfohlen. Gedächtnissportler bringen bewährte Techniken des Gehirnjoggings bis zur Perfektion. Meisterschaften im Merksport werden inzwischen in über 20 Ländern ausgetragen. Die Gewinner der Deutschen Meisterschaften qualifizieren sich für die jährliche Weltmeisterschaft, die im Dezember in China stattfindet.

Zwei neue Weltrekorde Gesamtsieger in München wurde der Münchner Rechtsanwalt Simon Reinhard, aktuell Weltranglistenzweiter des Gedächtnissports. In zwei der insgesamt zehn international genormten Merkdisziplinen der Memo Masters erreichte er neue Weltrekorde: Er memorierte 1479 Zahlen in nur 30 Minuten Einprägezeit, außerdem 186 Gesichter mit den zugehörigen Namen in 15 Minuten. Den zweiten Platz erreichte Christian Schäfer (22) aus Würzburg, dritter wurde der Neurowissenschaftler Boris Nikolai Konrad (30) aus München.

Zehnjähriger siegt bei den Kindern Ein spannendes Kopf ‐ an ‐ Kopf ‐ Rennen lieferten sich bei den Kindern bis zur letzten Disziplin der 10 ‐ jährige Münchner Tobias Achleitner – jüngster Teilnehmer der Gedächtnismeisterschaften – und die 12 ‐ jährige Annika Hirt aus Karlsbad, die erst beim Kartensprint, der letzten Disziplin, auf den zweiten Platz zurückfiel.

Sportler mit viel Engagement Die erste Gedächtnismeisterschaft in Deutschland fand im Jahr 1997 statt. Begründer ist der Gedächtnistrainer Klaus Kolb aus Isny im Allgäu. „Die Sportler haben einfach Spaß daran, die Kapazität ihres Gedächtnisses auszuloten. Sie möchten aber auch zeigen, zu welchen Leistungen das menschliche Gehirn fähig ist. Der Geist ist die wichtigste Ressource in Deutschland.“ Die Sportler kommen aus fast allen Bundesländern. Internationale Teilnehmer reisten in diesem Jahr aus Schweden, Dänemark und Slowenien zum Wettkampfort an – dem Casino der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg. Pressemitteilung Memo Masters 2014

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Informationen zu den MEMO MASTERS Die MEMO MASTERS sind seit 1997 die offiziellen Deutschen Gedächtnismeisterschaften, akkreditiert durch das World Memory Sports Council. Veranstalter ist Klaus Kolb, Gedächtnistrainer und Geschäftsführer der Gesellschaft für Gedächtnis ‐  und Kreativitätsförderung e.V. (GGK e.V.). Die Veranstaltung zeigt, welche erstaunlichen Potenziale im menschlichen Gehirn stecken – wenn man es fordert, fördert und trainiert. Die erstplatzierten Gedächtnissportler nehmen an den Weltmeisterschaften teil. Folgende Titel werden verliehen: Deutscher Gedächtnismeister, Deutsche Gedächtnismeisterin, German Memo Open Master, Deutscher Juniorengedächtnismeister, Deutscher Kindergedächtnismeister und German Memo Open Junior Master. Die MEMO MASTERS sind eine nichtkommerzielle Veranstaltung und werden größtenteils durch Sponsorengelder finanziert. www.memomasters.de 

 

Start: 29.12.2012

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