Ratgeber

 

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Gelegentlich vergessen wir mal den einen oder anderen Namen. Wir merken das z.B., wenn eine Person plötzlich vor uns steht und uns der Name partout nicht mehr einfällt.  Auch an Geburtstagen, Hochzeiten und sonstigen Veranstaltungen aller Art hören wir mitunter eine Vielzahl neuer Namen, die wir zum Teil schnell wieder vergessen oder gar nicht erst aufnehmen. Manchmal ist das auch gut so und wir wollen den Namen gar nicht behalten. In den anderen Fällen, wo sich der Name hartnäckig weigert in unserem Gedächtnis gespeichert zu werden, können wir unserem Namensgedächtnis ein wenig nachhelfen. Legen wir gleich los und betrachten dazu einen zufällig ausgewählten Namen auf den Weg in unser Gedächtnis.


3 Schritte legt der Name zurück: 1) Aufnahme, 2) Verarbeitung 3) Speicherung


1)    Aufnahme der Information
Am Anfang steht die Aufnahme des Namens und da kann schon allerhand schief gehen. Vielleicht wird der Name von der sich vorstellende Person genuschelt und Sie konnten den Namen beim besten Willen nicht verstehen. Oftmals wirkten auch zu viele Reize auf uns, die alle gleichzeitig passieren (Reizüberflutung).  Beispiel: Die Person kommt auf Sie zu, reicht ihnen die Hand, sie achten dabei auf die Gestik und Mimik, nehmen ein Parfum wahr und im Hintergrund bläst eine Kapelle einen Marsch und dann fällt kurz der Name der Person. So viel Reize und es können noch viel mehr sein (irgendwo quietscht eine Tür, ein Flugzeug durchbricht die Schallmauer, draußen hupt jemand usw.), durchlaufen ihre Wahrnehmung (Aktualgenese). Dabei ist der Name eben nur einer von vielen Reizen, der mit Aufmerksamkeit von uns bedacht werden muss.
Der erste Schritt ist also den Namen aufzunehmen, sonst kann er gar nicht erst von unserem Gehirn verarbeitet werden.  Versuchen Sie bitte Ihre Aufmerksamkeit der Namensnennung zu zuwenden. Wenn Sie den Namen nicht verstanden haben, fragen Sie ruhig noch einmal nach oder wiederholen Sie den Namen und fragen, ob Sie den Namen richtig mitbekommen haben. Bei einer Veranstaltung können Sie den Namen vielleicht auch über die Teilnehmerliste, einem Namenschild oder einer Visitenkarten erneut in Erfahrung bringen.


2)    Verarbeitung der Information
Merken Sie sich bitte diesen etwas „ungewöhnlichen“ Namen:

Wie kann ich mein Namensgedächtnis verbessern

Ihnen stehen bestimmt schon die Haare zu Berge. Wir können uns den Namen schwer merken, weil der Name keinen Sinn ergibt. Unser Gehirn kann den Namen nicht kategorisieren und mit vorhandenem Wissen in Verbindung bringen. Wenn wir die Buchstaben ein wenig ordnen, beispielsweise so:

 Sich Namen besser einprägen können.

können wir uns den Namen wesentlich leichter merken. Noch besser können wir uns den Namen merken, wenn wir ihn mit etwas bekannten verknüpfen und bildlich vorstellen. Beim Namen „Thorsten Fischer“ ist das relativ einfach. Wir können uns die Person z.B. als Torwart vorstellen, der mit einem riesigen Kescher in den Händen vor einem Fußballtor steht und mit dem Kescher einen Fisch fängt, der auf das Tor zugeflogen kommt.  
Tipp: Je ausgefallener die Bilder bzw. Geschichten sind, desto besser können Sie sich an sie erinnern. In der Werbung wird dieser Effekt auch genutzt, damit Sie sich die Produkte besser einprägen. Verwenden Sie dazu Übertreibungen, Überraschungen, Ungewöhnlichkeiten, Gefühle, Emotionen, Bewegungen, Humor usw.


3)    Speicherung der Information
Durch die bildlichen Zusatzinformationen bleibt der Name besser im Gedächtnis haften und kann leichter abgerufen werden. Mit der Zeit verblassen allerdings einige Informationen (Ebbinghaus, Vergessenskurve http://de.wikipedia.org/wiki/Vergessenskurve ) und wir vergessen den einen oder anderen Namen wieder. Wenn wir uns den Namen in immer größer werdenden Zeitabständen wieder in Erinnerung rufen,  können wir langfristig behalten. Die Wiederholungsabstände werden dabei immer länger.

Wir haben mit folgenden Wiederholungsintervallen gute Erfahrungen gemacht, wobei die Wiederholungsabstände immer länger werden:
1.te Wiederholung nach 30 Minuten,
2.te Wiederholung vor dem zu Bett gehen
3.te Wiederholung gleich nach dem Aufstehen.
4.te Wiederholung nach rund einer Woche
5.te Wiederholung nach rund 30 Tagen
6.te Wiederholung nach rund 6 Monaten

Zum Schluss haben wir noch ein paar Tipps für Sie und das Anwendungsbeispiel „Nachnamen der deutschen Bundeskanzler in der Reihenfolge merken“.


Tipp 1: Wiederholen Sie den Namen, wenn Sie ihn gerade gehört haben, gleich noch einmal im Geiste oder im Gespräch:
Beispiel:
Neue Person: „Guten Tag, ich hieße Thorsten Fischer“
Sie: Freut mich Sie kennen zu lernen, Herr (Thorsten) Fischer“.
Tipp 2: Sind es nur ein paar Namen, die wir uns merken wollen, können wir uns beispielsweise im Kalender eine Notiz zur Wiederholung machen.  Im Idealfall treffen Sie die Person zwischenzeitlich wieder und können so regelmäßig üben.
Tipp 3: Sie können sich auch einen Stapel Karteikarten mit Namen und Beschreibung anlegen, die Sie wie eine Lernkartei (Link) führen. Durch Wiederholungen in immer größeren Abständen können wir den Namen im Gedächtnis wieder auffrischen und signalisieren damit unserem Gehirn, dass der Name ist wichtig, bitte behalten!
Tipp 4: Damit Sie den Namen noch einmal nachlesen können, falls Sie ihn zwischenzeitlich vergessen, können sich den Namen auch notieren. Gerade wenn Sie sich viele Namen merken wollen oder müssen, kann es auch sehr hilfreich sein dafür ein Namenbuch anzulegen.
Tipp 5: Viele Namen sind historisch gewachsen und gehen auf Berufsbezeichnungen zurück (Müller, Schmidt, Schneider, Fischer… http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_h%C3%A4ufigsten_Familiennamen_in_Deutschland). Für diese Nachnamen lassen sich leicht Bilder finden. Nachnamen, bei denen Sie Schwierigkeiten haben, sich ein Bild zu machen, können Sie auch in Silben zerlegen z.B. Fer – nan –dez oder Mar – ques. Wiederholen Sie dann die Silben, klatschen dabei im Rhythmus in die Hände und stellen sich die Person dabei vor.
Tipp 6: Wenn Sie Leute mit gleichen oder ähnlichen Namen kennen, gruppieren Sie diese beispielsweise, oder lasse Sie sich die Personen in Ihrer Vorstellung treffen.
Tipp 7: Bilden Sie mit dem Namen einen Reim und stellen Sie sich die Person in diesem Zusammenhang vor.


Anwendungsbeispiel: "Nachnamen der deutschen Bundeskanzler in der Reihenfolge merken":
1) Konrad Adenauer
2) Ludwig Erhard
3) Kurt Georg Kiesinger
4) Willy Brandt
5) Walter Scheel
6) Helmut Schmidt
7) Helmut Kohl
8) Gerhard Schröder
9) Angela Merkel

Zuerst stellen wir uns jeden Nachnamen bildlich vor. Da ein Bild bei den meisten dieser Nachnamen nicht ganz einfach zu finden ist, überlegen wir uns konkrete Worte (abstrakte Worte lassen sich schwierig in Bilder umsetzen), die jeweils mit den gleichen 2 oder mehr Anfangsbuchstaben beginnen:  


Adenauer: Adresse, Ader, Ade, Adam, Adler, Admiral, Adel
Erhard:  Erkältung, Erste Hilfe, Ersatzteil, erhaben, erhalten, erhaschen, Erhebung, Erholung, Erdbeben, Erbse, Erbsensuppe, Erbschaft, Erde, Erfurt, Ergebnis, Erholung, Erika, Erinnerung, Erziehung, Erlebnis, Ermittlung,
Kiesinger: Kino, Kinder, Kicker, Kickboxen, Kiel, Kiosk, King Kong, Klippe, Kirsche, Kiwi, Kissen, Kiste
Brandt: Brutto, bravo, braun, Brasilien, BRD, Bremen, Brenner,  Browser, Brause, Bruce Lee, Brunch, Brand
Scheel: Scheck, Scheckheft, scheckig, Scheffel, Scheibenwischer, Scheich, Schein, Scheitel, Schemel, Schere
Schmidt: Schmied, Schmiede, schmieden, schmiegsam, schmieren, Schmierpapier, schmieren, Schminken,  
Kohl: Kohle, Kohlendioxid, Kohlepapier, Kohlestift, Kohlensäure, Kohlmeise, Kohlrabi, Kohlrübe, Koch, Kochbuch, Kobold, Koffer, Kohlenhydrate,  Kokosnuss, Kontaktlinsen, Kopf, Kopierer, Korn, Kotelett, Koteletten
Schröder: Schrot,  schroff, Schrift(art), Schrott, schraffiert, Schreibtisch, Schrank, Schreien, Schraube, schröpfen, Schröter
Merkel: Merkblatt, merken, merkwürdig, Mecklenburg, Medaille, Medizin, Merkmal, Medusa, Meer, Meerschweinchen, Meniskus, Merkur, Messe, Meuterei, Mexiko

Aus dieser Liste suchen wir uns für jeden Nachnamen stellvertretend einen Begriff aus:

z.B.: Adler, Erbse, Kissen, Brand, Schemel, SchmiedKohle, Schröter und Merkel

und bilden daraus eine ungewöhnliuche Geschichte, die wir uns bildlich vorstellen:


Ein Adler (Adenauer) verliert beim Fliegen eine Erbse (Erhard) aus seinem Schnabel. Die Erbse fällt zu Boden und landet auf einem Kissen (Kiesinger). Es gibt dabei einen lauten Knall und das Kissen brennt (Brandt). Von der Seite wird plötzlich ein großer Schemel (Scheel) von einem Schmied (Schmidt) knarrend direkt über das Feuer geschoben. Übrig bleibt ein Haufen glühender Kohle (Kohl) auf die ein Schröter (Schröder) ein Weinfass stellt. Als der Wein anfängt zu kochen, klebt er einen Merkzettel (Merkel) auf das Weinfass: „Achtung: Glühwein!“.


Alternativ können Sie einen Reim erfinden – hier ein Ansatz:

Der 1.te Kanzler war ein schlauer
und hieß Konrad Adenauer.
Der 2.te Kanzler war ganz smart
und hieß Ludwig Erhard.
Den 3.te Kanzler mochte ich sehr
es war der Kurt Georg Kiesinger.
Der 4.te Kanzler war sehr bekannt
und hieß Willy Brand.
Der 5.te Kanzler zu Befehl,
war der Herr Walter Scheel,
Der 6.te Kanzler war sehr fit
und nannte sich Helmut Schmidt
Der 7.te Kanzler war clever
und nannte sich Helmut…. usw.

Probieren Sie einfach mal aus, welche Vorgehensweisen Ihnen am besten liegen.

(AH/MH gehirnsnack.de 2014/02)

Eine E-Mail mit guter Unterhaltung ist von einer Freundin/einem Freund eingetroffen. Im Text wird auf den wichtigen Anhang (Liebesgrüße, Gratulation, beste Wünsche, Witze, o.ä.) hingewiesen. Aber trotz Doppelklick und "Speichern unter" läßt sich der Anhang diesmal nicht öffen. Die Datei im Anhang heißt z. B. "zum_Schmunzeln.pps". Auffallend ist dabei die Endung ".pps".

Start: 29.12.2012

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